Workshop 6 - Interoperability
Teil 1 - FH Technikum Wien
Alexander Mense, Stefan Sauermann, Ferenc Gerbovics, Matthias Frohner, Birgit Pohn, Philipp Urbauer, Ronald Bruckner
Die automatisierte Verarbeitung von Daten medizinischer Geräte ist im intramuralen Bereich nicht mehr wegzudenken. Zusätzlich halten Personal Health Devices wie z.B. Blutdruckmessgeräte oder Pulsoximeter in Zukunft immer öfter Einzug in unser Lebensumfeld. Zu unserem Nutzen werden die Daten dieser Geräte und Sensoren an Informationssysteme, in Gesundheitsakten oder persönliche elektronische Gesundheitsratgeber übermittelt. Um eine einfache nahtlose Integration dieses Monitorings mittels unterschiedlichster Geräte zu ermöglichen kommt der durchgängigen Verwendung standardisierter Schnittstellen und übermittlungsszenarien eine zentrale Bedeutung zu. Die dafür im Projekt entwickelte "Healthy Interoperability Framework" Software ermöglicht es medizinische Daten vom Messgerät über Handy, Laptop oder PC zu verarbeiten und an Krankenhausinformationssysteme, zur elektronischen Gesundheitsakte - ELGA, zu niedergelassenen ärztInnen, zu FitnesstrainerInnen, ErnährungsberaterInnen, Freunden, Verwandten etc. weiterzuleiten. Die gesamte Kommunikation basiert auf internationalen Standards oder Guidelines (HL7, IEEE, Continua, IHE). Der Anwendungsfall zeigt den durchgängigen Einsatz standardbasierter Gerätekommunikation vom klinischen Einsatz bis zur Nachsorge mittels Personal Health Devices im Heimbereich.
Geräte im klinischen Umfeld
- Ein Patient wird in einem Krankenhaus stationär aufgenommen und erhält zur Identifikation ein mit RFID ausgestattetes Armband.
- In der täglichen Routine wird dem Patienten mittels eines mit RFID- und Bluetooth-Technologie versehenem Fieber-Thermometer die Temperatur gemessen.
- Die Identität des Patienten wird mittels des RFID-Tags verifiziert und die Datenwerte werden mittels Bluetooth an das Healthy Interoperability Framework und in weiterer Folge an das Krankenhausinformationssystem übertragen.
- Bei der Entlassung dem Patienten ein oder mehrere medizinische Geräte für die Selbstmessung von Gesundheitsparametern zur Verfügung gestellt.
Messung im eigenen Zuhause
- Ein Smartphone erinnert den Patienten regelmäßig daran Messungen durchzuführen.
- Der Patient misst Körpergewicht und Blutdruck und die Werte werden über Bluetooth an einen Computer übermittelt
- Nach der übermittlung der Daten füllt der Patient einen kurzen Fragebogen aus um den Kontext der aktuellen Messungen festzuhalten.
- Der Patient kontrolliert zusätzlich Puls und Sauerstoffsättigung mittels Visualisierung der Werte eines Pulsoximeters.
- Die gesammelten Daten werden in einem IHE XDS Repository gespeichert.
Teil 2 - FH Joanneum, Graz &
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Stefan Sabutsch (FH Joanneum, Graz)
Harald Burgsteiner (FH Joanneum, Graz)
Jürgen Morak (AIT Austrian Institute of Technology GmbH)
Basierend auf der Verwendung von standardisierten Komponenten wird die Umsetzung eines "Closed-Loop-Szenarios" demonstriert. Als geeigneter Anwendungsfall für dieses Closed-Loop-Telemonitoring-Szenario wurde die orale Antikoagulationstherapie ausgewählt.
- Der Patient nimmt täglich seine gerinnungshemmenden Medikamente zu sich, wobei er die Pillen aus sogenannten Smart Blistern entnimmt.
- Diese elektronischen Blister speichern Position und Zeitpunkt der Tablettenentnahme und können diese Daten mittels Nahfunk an ein NFC-fähiges Mobiltelefon übertragen.
- Der Patient misst in regelmäßigen Abständen die Blutgerinnung (INR Wert) anhand eines Koagulationsmessgerätes für den Heimbereich, das die Messdaten (durch entsprechende Modifikation) ebenfalls an ein NFC-fähiges Mobiltelefon übertragen kann.
- Die am Mobiltelefon gesammelten Daten (eingenommene Dosis und Gerinnungswert) werden in standardisierter Form (HL7 Nachricht) via mobilem Internet an die Datenzentrale übermittelt, wo sie mit den individuellen therapiespezifischen Zielparametern verglichen werden.
- Als Folge wird ein automatisches Feedback generiert, das gegebenenfalls eine Dosierungsanpassung oder eine Verhaltensänderung vorschlägt.
- Dieses Feedback wird zur Freigabe bzw. Modifikation durch den behandelnden Arzt auf sein iPhone "gepusht" und dargestellt.
- Erst nachdem der Arzt die Freigabe erteilt hat, wird die Feedbacknachricht an das Mobiltelefon des Patienten geschickt, der diese Anweisung in seiner Selbsttherapie berücksichtigt.